Ein paar Worte an Jesus Christus
(eigentlich an seine verkalkten Jünger...)
In meiner letzten schlimmen Nacht
da hatte ich mir Mut gemacht
um mich aus meiner Not zu retten
Und ich fing an, zu dir zu BETEN!
Bist Jesus, meine Zuversicht
du vor zweitausend Jahren nicht
am Kreuz gestorb´n, mit deinen Qualen
für aller Menschen Schuld zu zahlen?
Dein Tod war, HErr, so bestialisch...
doch deine Absicht – genialisch!
Wie danken für den Schulderlass.
Nur, muss ich sagen, mir dünkt, dass
bei den Zusammenrechnerei´n
der Schuldenposten hat sich ein
KLEINER Fehler eingeschlichen –
Denn MEINE Schuld ist NICHT beglichen
Ich fühle Schmerz, so tief in mir:
Schuld, die ICH zahl (fragt sich, WOFÜR!)
Zum Gutteil Müll der Außenwelt
auf MEINEN Schultern abgestellt!!
Und ich fühl, dass mein Herz, mein blödes
an WIDERHAKEN gerne jedes
SCHICKSAL in die Fänge zieht –
als hätt´s noch nicht genug gekriegt...
Drum: Weil auch ich Sohn Gottes bin
steht mir nach einem Amt der Sinn
das mich auf deine Stufe hebt
denn ich hab dir was nachgelebt
Jesus: Der Menschen Not und Pein
trägst du gewiss nicht ganz allein
Als Schuldabträger dieser Welt
bin ich vor Gott dir zugestellt
Ein schweres Kreuz, auch mich drückt´s nieder
ich laufe, laufe immer wieder
auf einen Berg von Golgatha
und KEINE Rettung scheint mir nah!
und SCHREI in dunklen Lebensstraßen:
´Mein Gott, WARUM
hast du mich verlassen!!??´“
1990
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